Interview mit Neu-Mitglied Jürgen Rippen

24.01.18

Jürgen Rippen, Dozent an der Hochschule Ansbach, nahm mit 10 Studierenden des Studienganges MBA Kreatives Management am NLP-Kongress teil. Danach wurde er Mitglied im DVNLP. Er wird interviewt von Peter Klein, stellv. Vorsitzender.

Peter Klein: Was ist Dein berufliches und/oder privates Interesse gewesen mit 10 Studierenden den NLP-Kongress in Nürnberg „Innovation und Vielfalt“ zu besuchen?

Jürgen Rippel: Der bekannte Zufall hat uns zusammengefügt. Der NLP-Kongress 2017 fand genau zu der Zeit statt, als ich meine Masterstudenten bei mir in Nürnberg hatte. Die Thematik „Vielfalt und Innovation“ passte wunderbar in mein MBA-Modul „kreatives Management“ hinein. Ich selber bin Dozent für besondere Aufgaben an der Hochschule in Ansbach und habe dort – zusammen mit meinem Kollegen Prof. Dr. Jochen Müller – einen nicht ganz alltäglichen Master of Business Administration für kreatives Management ins Leben gerufen. Neben den eher klassischen Modulen wie Marketing, Leadership, Controlling und Mentaltraining bieten wir auch der Intuition, der Kreativität, der Kunst und der Systemaufstellung (Systemische Analyse) Raum zu pädagogischen Entfaltung.

Im Rahmen unserer kreativen Ausrichtung an der Hochschule durften wir bereits den Meister seines Faches – Klaus Kobjoll [Anm.: Keynote-Speaker auf dem NLP-Kongress] – kennen und schätzen lernen. Dieses Unikat besonderer Art wollte ich meinen Masterstudenten als Vorbild nicht vorenthalten. Meine Studenten studieren diesen Master nebenberuflich, d.h. sie stehen bereits schon mehrere Jahre voll im Berufsleben. Aktuell kommen sie beispielsweise von Firmen wie BASF und Daimler, aber auch Bayern Innovativ ist aktiv dabei.        

Neben Kobjoll hat mich auch das Tagesprogramm der einzelnen Vorträge und Workshops interessiert; Themen, die gut zu unserem Master mit der Ausrichtung auf Innovation passen.

Ich hatte aber auch noch einen anderen Gedanken im Kopf. Mit der Teilnahme meiner „Schützlinge“ an diesen Kongress wollte ich sie charmant an das Thema „NLP“ heranführen. Keiner meiner 10 Studenten (Durchschnittsalter 34 Jahre) hatte vorher persönlichen Kontakt zu NLP. Es tauchten im Vorfeld des Kongresses vielmehr die klassischen Vorurteile eines Manipulationsinstrumentes auf. Mit der Teilnahme sollten sie sich selbst ein Bild davon machen. Das war mein Anspruch. Aus meiner Sicht kann man erst über eine Sache urteilen, wenn man sie selber auch erlebt hat und in ihr eintauchen durfte.             

PK: Wie wird im Kontext Hochschule NLP gesehen?

JR: Auch in der Hochschule tauchen solche Vorurteile auf. Bei der Entwicklung unseres Masters hatte ich sogar NLP als eigenständiges Modul vor Augen. Aber der Gegenwind, der plötzlich spürbar wurde, veranlasste mich auf dieses Modul – zum Wohle des Ganzen – zu verzichten.

PK: Was bräuchte NLP, um hier Interesse zu wecken?

JR: Seit 2001 bin ich schon an der Hochschule in Ansbach. Ab diesen Zeitpunkt suchte ich nach neuen Methoden der Pädagogik, die ich in meinem Kontext für Marketing und Marktforschung einsetzen kann. Mit diesem Fokus kam ich dann auch zu NLP. Für mich ist NLP der Einstieg in eine andere Welt. In dieser Welt fand ich mein Zuhause in der Systemaufstellung. Mit dieser Methode fühlen meine Studenten empathisch in das zu beobachtende Feld ein. Beim Experimentieren lernen wir unbewusst. Meine Experimente finden ihren Wiederhall in meiner Doktorarbeit. Es geht dabei um die Wiedererkennung der Intuition in der Marktforschung. Konkret: Über den Geistesblitz in der Innovation.

Zurück zur Frage: Aus meiner Sicht geht es um das Tun. Um beherzte Dozenten, Professoren und Wissenschaftler, die sich der Sache annehmen und über das Ausprobieren Erfahrungen sammeln. Dazu braucht es aber eine einfache Sprache. Meine Studenten konnten beispielsweise mit vielen Begriffen des NLP, die bei Workshops gefallen sind, nichts anfangen.

PK: Du hattest eine besondere Beziehung zu Bernd Isert, was hat euch verbunden?

JR: Ja! Die Beziehung kam über meine NLP-Ausbildung zum Practitioner. Ich spürte meine Affinität zur Systemaufstellung und schloss gleich 2008 bei Berd Isert meine Fortbildung zur Integralen Aufstellung ab. Die Chemie zwischen uns stimmte einfach. Wir waren Brüder im Geiste, wie er einmal selbst sagte. Ab diesen Zeitpunkt haben wir uns regelmäßig getroffen. 2012 durfte ich dann ihn – in seinem Seminar „Neuro Systemische Matrix“ – assistieren. In Abano ging es dann weiter …

Ich fühle mich auch jetzt noch mit ihm verbunden und sehe meine Arbeit als eine Art Fortführung seines Geistes nur mit meiner Sprache und meiner Ausdrucksform.     

PK: Du bist Mitglied im DVNLP geworden, ich hoffe, weil Dir die Tagung gefallen hat. Und warum noch?

JR: Wie bereits gesagt, haben mich die Themen „Vielfalt und Innovation“ magisch angezogen. Ohne sie wäre ich nicht dort gewesen. Ich hatte auch eine Mitgliedschaft beim DVNLP nicht im Sinn. Aber als ich von der neugegründete Fachgruppe „Systemik“ mit Peter Klein, Olaf Walter und Sebastian Mauritz hörte, war mein Interesse geweckt und ich wollte mich sogleich mit engagieren. Nun bin ich Mitglied. Ich möchte gerne meine Erfahrungen zum Wohle und zur Weiterentwicklung von NLP mit einbringen.