Zum Tode von Dr. Frank Görmar

„Hallo Papa, erzähl uns was“ – so lautet der Titel eines Interviews mit Frank Görmar. Der Lehrtrainer und Lehrcoach antwortet darin seinen Töchtern. Die Themen kreisen um seinen Umgang mit einer schweren Erkrankung: Leukämie. Es ist ein bewegendes Tondokument darüber, wie optimistisch Frank seinem Schicksal begegnete.

Dr. phil. nat. Frank Görmar ist am Mittwoch, 3. Juni, im Alter von 60 Jahren verstorben.

Wir haben ihm viel zu verdanken.

Der DVNLP ist gerade zwei Jahre jung, als Frank in der Mitgliederversammlung 1998 zum 1. Vorsitzenden gewählt wird. Er übernimmt (gemeinsam mit Wolfgang Walker, Jochen Sprenger, Jens Hartung und Alix Louisa von Uhde) einen Verband, der faktisch pleite und damit handlungsunfähig ist. Zeitzeugen berichten von einem Treffen in einer Kneipe in Berlin-Oranienburg. Was gegen Ende einer Vorstandsklausur bei einem Bier erdacht wird, rettet den Verband: Die Einführung der Zertifizierungsgebühr für die NLP-Ausbildungsabschlüsse, die Entwicklung der Imagebroschüre„Denkweisen“ und die Finanzierung derselben durch Sponsoren sowie die Gründung der Geschäftsstelle in Berlin mit hauptamtlichen Angestellten lassen den DVNLP rasch zu einem der größten Methodenverbände Europas und dem vielleicht weltgrößten NLP-Verband wachsen. Heute geht’s uns gut: Der DVNLP ist finanziell solide aufgestellt, visionsorientiert und handlungsfähig. Dass der Verband zudem ein Garant für höchste Qualität in der NLP-Ausbildung ist, verdankt er der Aus- und Fortbildungskommission (AFK). Frank Görmar wirkte in diesem Gremium viele Jahre daran mit, die wohl anspruchsvollsten Curricula für NLP-Ausbildungen in Europa zu kreieren. Internationale Partnerverbände orientieren sich heute daran.

So war er, auch als Verbandsmensch: Ein lösungsorientierter Macher, ein Mutmacher, einer, der Menschen zum Mitmachen motivierte und sie zum Lachen brachte. Mit dem man gern beisammen war, sagen Zeitzeugen.

Und der NLP-Trainer? Frank wird als neugierig, werteorientiert, charismatisch, systemisch-konstruktivistisch – als strahlender Typ beschrieben. Erfahrungslernen war sein Ding. „Er ließ dich spüren“, erzählt jemand, „wie es sich anfühlt, wenn du in eine schmerzhafte Stelle deines Körpers Licht fließen lässt und sich dann der Schmerz auflöst.“ Die Theorie der Submodalitätenarbeit vermittelte er später, wenn der Betreffende mit offenem Mund über das vermeintliche Wunder staunte …

Wir könnten noch viel über ihn erzählen – doch nur noch dies: Seine Diagnose im Jahre 2012 überlebte Frank 8 Jahre. Und, wie wir hören, zumeist glücklich, agil, aktiv und voller Optimismus. Vielleicht hat das mit seiner Fähigkeit zu tun, Licht in den Schmerz zu lenken.

„Hallo, Frank, erzähl uns was“, möchte man ihm zurufen, so wie seine Töchter in ihren Podcasts. Er wird nicht mehr antworten. Oder doch? Vielleicht, wenn wir ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry abwandeln: „Man hört nur mit dem Herzen gut.“ Und mit dem Herzen gehört, überdauern seine Botschaften die Zeit.

Wir sind sehr traurig.

Ralf Dannemeyer
Vorstand Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Podcast-Serie „Hallo Papa …“ ist hier zu hören: https://anchor.fm/frank-g366rmar